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Knapp dreieinhalb Monate nach seinem Sieg bei den Europameisterschaften möchte Para Triathlet Martin Schulz bei den Weltmeisterschaften im spanischen Pontevedra den nächsten großen Triumph feiern und erstmals seit 2016 wieder Weltmeister werden. Angeführt von den Medaillen-Kandidaten Schulz, Max Gelhaar und Elke van Engelen feiern im deutschen Team überdies Anja Renner und Neele Ludwig ihr WM-Debüt. Bundestrainer Tom Kosmehl sieht die Titelkämpfe am 23. September als wichtigen Schritt auf dem Weg zu den Paralympics 2024 in Paris.

„Eine vordere Platzierung bringt viele Punkte im Hinblick auf die Qualifikation“, sagt Bundestrainer Kosmehl, der mit einem sechsköpfigen deutschen Team bei den Weltmeisterschaften startet. Allen voran: der zweimalige Paralympics-Sieger Martin Schulz, der nach Rang zwei im Vorjahr einen neuen Anlauf auf den Titel nimmt. „Martin ist weiterhin Feuer und Flamme und wird nicht müde, sich immer wieder neu zu motivieren. Sein großes Ziel sind die Spiele nächstes Jahr. Er will unbedingt mit einem Triple abtreten“, betont sein Coach, „und am liebsten vorher noch einmal Weltmeister werden.“

Sein letzter WM-Triumph liegt sieben Jahre zurück. Schulz startet in der Klasse PTS 5 über 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen. Auf dem Weg zu seinem insgesamt dritten Titel möchte er dann endlich auch seinen Dauerrivalen Daniel Stefan aus Kanada, den er bei seinen beiden Paralympics-Siegen hinter sich ließ, bei einer Weltmeisterschaft schlagen. „Martin ist gut durch die Saison gekommen und optimistisch, dass er seinen ärgsten Konkurrenten diesmal bezwingen kann. Das jüngste Aufeinandertreffen beim Testwettbewerb in Paris hat gezeigt, dass er sich nicht verstecken muss, auch wenn die Leistung am Ende nicht vergleichbar war, weil Martin eine Radrunde zu viel gefahren ist.“

Die Streckenbeschaffenheit in Pontevedra könnte dem Leipziger allerdings zugutekommen, entgegnet Kosmehl. „Sie ist technisch anspruchsvoll mit einer kleinen Erhöhung. Martin ist ein starker Radfahrer, das macht sich auf einer schwierigen Strecke konditionell wie technisch bemerkbar.“ Geschwommen wird mit Strömung. Selbst beim Laufen, der Paradedisziplin seines Gegners, sei alles drin. „Martin hat beim Laufen einen Schritt nach vorn gemacht. Er sagt selbst, dass sein neues Familienglück, und die Tatsache, dass er in diesem Jahr Vater wurde, positiven Einfluss auf sein Training hatte.“

Dem zweiten deutschen Starter Max Gelhaar traut der Bundestrainer in der Startklasse PTS 3 ebenfalls eine vordere Platzierung zu. Der Leipziger, der im vergangenen Jahr als Newcomer auf der internationalen Triathlon-Bühne auftauchte und bei seiner Premiere direkt mit WM-Bronze überraschte, möchte seine gute Platzierung unbedingt bestätigen. Zu seinen großen Konkurrenten gehören allen voran die beiden Dauerrivalen aus Spanien (Daniel Molina) und der Niederlande (Nico Van Der Burgt). „Max misst sich selbst an diesem Erfolg. Er ist in guter Verfassung und hat mit Platz drei bei der Europameisterschaft und seinem Sieg bei der World Triathlon Para Serie in Japan gezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist“, sagt Kosmehl. „Wie er es schafft, seinen Vollzeitjob mit dem Leistungssport zu vereinbaren, davor ziehe ich den Hut.“

Wie für den 25-Jährigen geht es auch für Elke van Engelen (PTS4) darum, in Pontevedra Punkte zu sammeln, um sich für die Paralympischen Spiele in Paris zu qualifizieren. Die 58-Jährige mischt im Feld der Spitzen-Triathletinnen weiter mit. „Sie hat fleißig trainiert und will die Jungen ärgern“, kündigt Kosmehl an. „Als guter Radfahrerin wird ihr die Strecke ebenfalls zugutekommen. Wir können gespannt sein.“

Darüber hinaus feiern mit Neele Ludwig in der PTS 2, die mit EM-Silber zuletzt auf sich aufmerksam machte, und Anja Renner (PTVI) zwei deutsche Para Triathletinnen ihr WM-Debüt. Renner möchte nach ihrem Erfolg beim Testevent in Paris nun auch bei der Weltmeisterschaft auf sich aufmerksam machen. Für sie war es in ihrem erst sechsten internationalen Rennen überhaupt der erste Weltcupsieg. Aufgrund ihrer Sehbehinderung startet sie etwas später ins Rennen und muss mit ihrer Begleiterin Maria Paulig einen Rückstand aufholen. „Das Potenzial dazu hat sie aber und will dennoch vorne angreifen“, sagt Kosmehl, der mit seinem Team zuletzt im Trainingslager in Livigno unter Top-Bedingungen am Feinschliff gearbeitet hat. Seine Zielsetzung sind zwei Medaillen. „Wenn es am Ende drei werden, umso besser. Das wäre ein Bonbon - und überdies gut mit Blick auf die Paralympics-Qualifikation.“
 

Text: Stefanie Bücheler-Sandmeier / DBS

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