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Die Paralympics in ihrem Geburtsland Japan musste Para Schwimmerin Maike Naomi Schwarz schweren Herzens absagen – Depressionen verhinderten ihren Start bei den Spielen. Doch die 29-jährige Athletin des SC Potsdam hat sich nach kräftezehrenden Jahren Schritt für Schritt zurückgekämpft. Kürzlich unterbot Schwarz in Berlin sogar die geforderte Norm und erfüllte damit die Grundlage, um sowohl an den Europameisterschaften Ende April auf Madeira als auch an den Paralympics in Paris teilnehmen zu können. Das sorgte für Freudentränen bei der sehbehinderten Schwimmerin, nachdem sie in den vergangenen sechs Jahren zumeist aus anderen Gründen geweint hatte.

„Ich habe mich noch nie so sehr über eine Norm gefreut wie diesmal“, berichtet Maike Naomi Schwarz (geb. Schnittger) von ihrer Gefühlsexplosion, als sie beim 25. Berolina Cup die 100 Meter Freistil in 1:02,60 Minuten schwamm und damit fast drei Zehntel unter der erforderlichen Zeit blieb. Auf einen Jubelschrei folgten glückliche Tränen. „Ich habe richtig geweint und mir sind so viele Steine vom Herzen gepurzelt. Es steckt so viel Arbeit dahinter und so viel Zeit, die ich investiert habe, um wieder Leistungssport machen zu können.“ Maike Naomi Schwarz – lange bekannt als lebensfrohe junge Frau, stets gut gelaunt, kommunikativ, voller Energie und Temperament. Doch ihr herzhaftes Lachen ist in den vergangenen sechs Jahren immer seltener geworden. Statt der Fröhlichkeit, die sie zumeist versprühte, dominierten Selbstzweifel, Ängste, Mutlosigkeit und Überforderung ihren Alltag. Dabei lief sportlich alles nach Plan. Nach Silber bei den Paralympics in Rio 2016 wurde sie ein Jahr später Doppel-Weltmeisterin, holte 2018 auch EM-Gold und schien sich in die Favoritenrolle aufzuschwingen für die Spiele 2020 in ihrem Geburtsland Japan. Ein Tattoo mit der Inschrift „Made in Japan“ ziert treffend ihren Unterarm. Eine Konstellation wie gemalt. Eigentlich. Denn die Träume zerplatzten. Schuld daran: Depressionen.
 
Facebook, April 2021: „Es fällt mir wahnsinnig schwer, das zu schreiben, aber ich habe mich entschieden, mich aus gesundheitlichen Gründen für eine Weile komplett zurückzuziehen. Mein Leben war in den letzten Jahren von vielen großartigen Momenten und Begegnungen gekennzeichnet, auch von vielen Erfolgen, aber die sonnige, immer positive Maike zu sein, die auch nach Rückschlägen immer wieder lächelnd aufsteht, hat enorm viel Kraft gekostet. Mehr Kraft, als ich wohl hatte.“
 

Das vollständige Porträt über Para Schwimmerin Maike Naomi Schwarz gibt es auf unserer Webseite.

Text: Kevin Müller / DBS

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